Bevor irgendetwas passiert, sitzen wir erstmal zusammen. Bei den beiden war das draußen in der Sonne, wir haben geredet, alle entspannt. Ich wusste grob, worauf es hinauslaufen würde, aber keine Vorstellung davon, wie es aussehen wird.
Dieser Teil ist für mich der wichtigste. Nicht, weil dort etwas geklärt wird, sondern weil dort Vertrauen entsteht. Ohne das gibt es später nichts zu fotografieren.
Wir hatten nichts geplant. Kein Skript, keine Absprache über den Ablauf, keine Idee, wohin es geht.
Und trotzdem gab es eine Reihenfolge. Erst draußen. Dann rein ins Wohnzimmer. Dann hoch ins Schlafzimmer. Niemand hat das gesagt, niemand hat es entschieden. Es war einfach so, wie es bei den beiden ist.
Das ist das Drehbuch. Nicht das, was man vorher aufschreibt, sondern das, was zwei Menschen nicht mehr besprechen müssen. Wer aufsteht. Wer vorgeht. Wann geredet wird und wann nicht mehr.
Meine Aufgabe war, nichts davon zu stören. Irgendwann bei diesem Übergang nach drinnen haben die beiden aufgehört, an mich zu denken. Ich stand noch im Raum, ich habe fotografiert, aber ich war nicht mehr Teil dessen, was dort stattfand.
Das ist der Moment, auf den ich hinarbeite und den ich trotzdem nie herstellen kann. Er passiert oder er passiert nicht. Man kann nur den Raum offen halten und selbst kleiner werden.
Was dann entstand, war kein Bruch mit ihrem Alltag. Es war ihr Alltag, zum ersten Mal von außen gesehen.
Sie haben es selbst so beschrieben:
Wir hatten bewusst nichts geplant. Kein Skript. Keine Idee, wohin es geht. Nur die Bereitschaft, uns vom Moment tragen zu lassen. Und plötzlich gab es nur noch uns. Unseren Raum. Unser Tempo. Unsere Vertrautheit. Wir waren nicht anders als sonst. Und genau das war das Geschenk.
Manche Drehbücher schreibt man. Andere entstehen, ohne dass jemand mitschreibt.

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